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„Der Leistungsgedanke steht im Hintergrund“

Tobias Schmitt und Marco Lieb haben sich für die inklusiven Ferienspiele des Hofheimer Drehpunkts im April ein tolles Programm ausgedacht. Kinder können eine Woche lang in fünf verschiedene Sportarten hineinschnuppern.

Die nächsten Ferienspiele kurz vor Ostern stehen unter dem Motto Bewegung. Was erwartet die Kinder?

Tobias Schmitt: Viele verschiedene Aktivitäten. Denn wir bieten an den fünf Tagen die Möglichkeit, fünf ganz unterschiedliche Sportarten kennenzulernen: Fußball, Tennis, Zumba, Selbstverteidigung und Tanzen.

Marco Lieb: Dafür haben wir Vereinstrainer aus der Umgebung gesucht, die jeweils für einen Tag zur Verfügung stehen und das Programm anleiten. So sind zum Beispiel der FC Marxheim und der TC Hofheim dabei. Wichtig war uns, dass die Freude am gemeinsamen Sport im Mittelpunkt steht und wir diese während der Woche fördern können.

An wen richtet sich das Angebot?

Schmitt: Es ist für 6- bis 12-Jährige aus dem Main-Taunus-Kreis, die in den Osterferien Lust und Zeit haben, gemeinsam mit anderen etwas Spaßiges zu erleben und Neues auszuprobieren. Es ist uns ein großes Anliegen die Ferienspiele inklusiv zu gestalten und Kindern mit einer Behinderung Hilfestellung zu geben, damit sie bei uns teilnehmen können, aber wir müssen realisieren, dass uns im sportlichen Bereich dort häufig Grenzen aufgewiesen werden.

Wie kam es zur Idee?

Lieb: Ich erlebe es als Jugendtrainer im Fußball jede Woche, was Kindern und Jugendlichen in Sachen Koordination fehlt. Sie sitzen in der Schule, dann am PC oder am Fernseher – Bewegung ist eben nicht mehr selbstverständlich. Wir wollen die Lust an der Bewegung fördern und Kindern gleichzeitig die Möglichkeit eröffnen selbstbestimmt eine geeignete Sportart zu finden. Freizeitsport soll neben den gesundheitlichen Aspekten das Selbstvertrauen stärken. Das funktioniert nur, wenn die passende Disziplin gefunden ist und dafür sind unsere Ferienspiele ideal geeignet.

Schmitt: Zudem kommen für Kinder mit einer Behinderung die meisten Vereine gar nicht in Frage. Wir wollen einen Einstieg dafür bieten. Im Idealfall entdeckt ein Kind eine neue Leidenschaft und hat dann den Trainer beziehungsweise den Verein dafür bei uns schon kennengelernt. Wir wünschen uns, dass daraus etwas Kontinuierliches wird. Der Leistungsgedanke steht absolut im Hintergrund.

Was ist im Angebot enthalten?

Schmitt: Fünf Tage komplette Versorgung zwischen 9 Uhr und 16 Uhr, also das Trainingsangebot, die Fahrten, Essen, Getränke und Betreuung.

Wer kümmert sich um die Gruppe?

Schmitt: Verantwortlich ist die Integrationshilfe des sozialen-therapeutischen Drehpunkts. Neben mir als Sozialarbeiter sind Teilhabeassistenten beziehungsweise Absolventen des Freiwilligen Sozialen Jahres im Drehpunkt dabei. Insgesamt werden wir zehn Betreuer sein, die sich intensiv um alle Teilnehmer kümmern werden, so dass auch Kinder mit einer Behinderung die Möglichkeit haben bei allen Aktionen aktiv teilnehmen zu können.

Wie groß wird die Gruppe sein?

Lieb: Das Angebot ist derzeit für 20 Teilnehmer konzipiert.

Inwiefern kann beim Sport auf individuelle Handicaps eingegangen werden?

Schmitt: Man muss klar sagen: Es handelt sich um inklusive Ferienspiele und nicht um ein Pflegeangebot. Insofern wird eine Teilnahme nicht mit jeder Art von Bewegungseinschränkung möglich sein. Wir stellen bereits bei der Anmeldung eine Reihe von Fragen, die uns eine spezifische Behandlung ermöglichen: etwa zu Allergien, Religion und Ernährungsgewohnheiten oder Medikamenten.

Lieb: Ansonsten soll die Mischung der Teilnehmer für alle bereichernd sein. Schließlich sollen unsere Ferienspiele jedem einzelnen ein Gefühl für die Gruppe vermitteln. Stärkere haben ein Auge auf die Schwächeren – so stellen wir uns das vor. Sportliche Ziele und Aufgaben bieten die ideale Voraussetzung eine Gemeinschaft entstehen zu lassen.

Wann werdet Ihr das Fazit ziehen, dass es erfolgreiche Ferienspiele waren?

Lieb: Ich fände es schön, wenn uns die Trainer hinterher mitteilen würden, dass sich Teilnehmer der Ferienspiele bei ihren Vereinen angemeldet haben und auch schon während der Ferienspiele erkennbar wird, dass die Freude am Sport und an der Bewegung zunimmt.

Schmitt: Wir machen das jetzt seit zehn Jahren – und es hat immer geklappt. Die Resonanz bei Eltern und Kinder war super. Und ich würde mich nicht wundern, wenn wir auch dieses Mal hören würden: „Mein Kind ist das nächste Mal wieder dabei!“

Das Programm in Kürze: Die nächsten Ferienspiele des Drehpunkts finden von Montag, 3. bis Freitag, 7. April 2017 statt. Jeweils von 9 bis 16 Uhr können Kinder mit und ohne Behinderung in fünf verschiedene Sportarten hinein schnuppern. Im Einzelnen sind das: Fußball, Tennis, Zumba, Selbstverteidigung und Tanzen.

Anmeldung unter Telefon 06192/30920-13 oder hier online. Die inklusiven Ferienspiele des Drehpunkts kosten 115 Euro pro Person.

Zur Anmeldung für die Ferienspiele

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