Inklusives Wohnen – von Menschen mit und

ohne Behinderungen

 

1. Zielsetzung

Dem Projekt liegt das Bestreben nach der generellen Si-cherung der umfassenden gesellschaftlichen Teilhabe al-ler Menschen mit Behinderung zugrunde. Dies beinhaltet die Gewährleistung von Lebensbedingungen, die Inklusion und eine soziale Integration ermöglichen.
Das Projekt konkretisiert diese Intention in der Errich-tung eines teilhabefreundlichen Wohnmilieus, in dem Auf-bau einer Wohneinrichtung, die eine stärkere Integration und häufigere Partizipation des Personenkreises am all-gemeinen Leben des Wohnortes ermöglicht und sich an der Lebenszufriedenheit und dem Wohlbefinden des Ein-zelnen orientiert.

 

2. Leitlinien der Einrichtung

  • Gestaltung einer an der Normalität orientierten All-tags- und Wohnsituation
  • Selbstbestimmung und Entwicklung eines persönlichen Lebensraumes
  • Soziale Integration in die Bezugsgruppe
  • Teilnahme am gemeinschaftlichen Leben des Wohnortes
  • Entwicklung, Erhalt und Erweiterung persönlicher Hand-lungskompetenzen und Kommunikationsmöglichkeiten
  • Entwicklung, Erhalt und Erweiterung der Mobilität
  • Kontakte zu Angehörigen, sonstigen Bezugspersonen und sozialem Umfeld
  • Wahrnehmung einer angemessenen Tätigkeit

 

3. Strukturelle Aspekte

3.1 Zielgruppe und Bewohnerstruktur

Zielgruppe sind Erwachsene mit und ohne Behinderung. Die Zusammensetzung sollte heterogen sein, d.h. der An-teil von Bewohnern mit und ohne Behinderung sollte weit-gehend ausgewogen sein. Dabei sollte die Platzzahl im Interesse der besseren Orientierung für Bewohner mit schwereren Behinderungen und im Hinblick auf die soziale Akzeptanz im Umfeld 9 Plätze nicht überschreiten. Der Anteil von Bewohnern mit hohem Hilfebedarf ist zu be-rücksichtigen.
Hinsichtlich der Zusammensetzung der Wohngemeinschaft sind die Bedürfnisse aller Beteiligten zu bedenken und zu berücksichtigen. Die Bewohner entscheiden über die Aus-wahl der Mitbewohner.

 

3.2 Assistenz

Die Rolle der Bewohner ohne Behinderung ist eindeutig zu klären und darf nicht mit Assistenz gleichgesetzt wer-den. Gleichwohl wird durch das gleichberechtigte und selbst bestimmte Miteinander die freiwillige Hilfe geför-dert und die Entfaltung im sozialen Umfeld angeregt.

 

3.3 Räumliche Bedingungen und Ausstattung

Die Lage der Einrichtung ist zentral, gemeindeintegriert und hat eine infrastrukturelle Anbindung. Die räumlichen Bedingungen bieten durch Einzelzimmer die notwendige Rückzugsmöglichkeit und Privatsphäre und tragen hin-sichtlich der Ausgestaltung und Ausstattung den spezifi-schen Bedürfnissen aller Bewohner Rechnung, gleiches gilt für Gemeinschaftsräume, Toiletten und Küchen. Ein Auf-zug als barrierefreies Bindeglied überbrückt die ver-schiedenen Stockwerke und Wohnebenen. Zur Freizeitge-staltung stehen ein Garten und eine Vielzahl an Freiflä-chen zu Verfügung.

 

4. Unterstützung

Ziel der Einrichtung ist die familienähnliche Struktur und eine an der Normalität orientierte Organisation des Ta-gesablaufs. Das Engagement aller Bewohner wird voraus-gesetzt. Jeder Bewohner wird im Rahmen seiner Möglich-keiten an den hauswirtschaftlichen Tätigkeiten beteiligt, Entscheidungen werden gemeinsam getroffen. Dies för-dert insbesondere alltagsweltliche Kompetenzen und si-chert deren Erhalt. Angebote zur gemeinschaftlichen Nutzung von Küche und Esszimmer sind in Absprache durch alle Bewohner flexibel zu handhaben.
Modellcharakter entsteht durch das Zusammenspiel aller Beteiligten und das Ziel „Gemeinsam Leben – Gemeinsam Lernen“, d.h. die für alle Teilnahme am gesellschaftli-chen Leben wie auch die freie Wahl der Wohnform und der damit verbundenen Strukturen bei gleichzeitigem Respekt vor den Entscheidungen aller Bewohner, d.h. mit und ohne Behinderungen.